RPE steht für Rate of Perceived Exertion – also eine Einschätzung, wie anstrengend ein Satz tatsächlich war.
Im Krafttraining wird häufig eine RPE-Skala verwendet, die mit den noch möglichen Wiederholungen – Repetitions in Reserve (RIR) – verbunden ist.
Vereinfacht:
RPE 10: keine weitere Wiederholung möglich
RPE 9: ungefähr 1 Wiederholung übrig
RPE 8: ungefähr 2 Wiederholungen übrig
RPE 7: ungefähr 3 Wiederholungen übrig
Das RIR-basierte RPE-System ist im Krafttraining gut etabliert und kann sinnvoll zur Belastungssteuerung genutzt werden.
Warum nicht nur Prozentwerte?
80 % des 1RM sind nicht jeden Tag gleich schwer.
Schlaf, Stress, Ermüdung, Training der letzten Tage und Tagesform können beeinflussen, wie leistungsfähig du heute bist.
RPE ermöglicht deshalb eine Form der Autoregulation.
Statt zwingend 180 kg zu verwenden, kann beispielsweise ein Satz bei RPE 8 vorgegeben sein. An einem sehr guten Tag sind vielleicht 185 kg passend, an einem schlechten 172,5 kg.
RPE braucht Erfahrung
Die Einschätzung ist nicht perfekt.
Besonders weit entfernt vom Muskelversagen fällt es Trainierenden schwerer, verbleibende Wiederholungen exakt einzuschätzen. Mit Erfahrung und bei höheren Anstrengungsgraden wird die Bewertung meist besser.
Hohe RPE ist nicht automatisch schlecht
Ein RPE-9-Satz ist nicht per Definition ein Fehler.
In einem Powerlifting-Programm kann ein schwerer Single bei RPE 8–9 vollkommen beabsichtigt sein.
Entscheidend sind Trainingsphase, Satzrolle, Gesamtbelastung und individuelle Reaktion.
RPE ist deshalb kein Bewertungssystem für „gut“ oder „schlecht“.
Es ist ein Werkzeug, um Trainingsintensität besser zu steuern.
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